Freitag, 25. Dezember 2015

Antimaterie und a weng oan Ingwer

Das erstaunlichste im Universum ist für mich noch immer meine persönliche Aufnahmefähigkeit von unterschiedlichen Informationen zu unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Orten von unterschiedlichen Personen durch unterschiedliche Medien. Ich mag den Satz

Beispiel: Ich wache um halb vier morgens völlig verpeilt auf, schalte gegen jede Gewohnheit den Fernseher ein und merke nach einer Stunde, dass „Schatten der Leidenschaft“ eine ganz interessante Serie ist. Der Versuch eine Folge dieser Serie in halbwegs normalen Zustand zu sehen ist völlig unmöglich, da es totaler Schrott ist. Faszinierend!

Auf Grundlage dieses Experiments* (Wow, zwei Möglichkeiten für ein Genitiv!!!) oder besser gesagt dieser recht allgemeinen Theorie, habe ich versucht diese zu erweitern, auf die gesamte Fernsehlandschaft. Hierüber folgt nun ein kurzer Bericht:

Anwesende Helfer (nur passiv) und Aufbau des Experimentes*: (erkannt?)

1 x Bundestagssitzung mit der ganzen Bagage
1 x Soap Gute Zeiten Schlechte Zeiten mit der ganzen Bagage
1 x Schlager SingSang mit der Fischerin
1 x Frauentausch wieder mit der ganzen Bagage (kommt ganz schön rum die Bagage)
1 x Kochen mit Alfons Schuhbeck
1 x alpha Centauri mit Harald Lesch

Den ersten Punkt möchte ich euch ersparen, da hier das Ergebnis eh gleich war. Also kurz gesagt: Ist zu jeder Zeit, also Tag oder Nacht scheiße. Auch die Gesangseinlagen im Bundestag hören sich nachts nicht besser an. Da mir sonst nichts positiv auffällt, ich doch aber auch was Gutes erwähnen möchte, schreib ich Gregor Gysi. Inhaltlich möchte ich es nicht bewerten, aber wie er es sagt kann durchaus witzig werden.

Wirklich anders verhält es sich mit GZSZ nicht. Hat etwas von einer optischen Massenvernichtungswaffe, passt also hervorragend in die deutsche Fernsehlandschaft nur ohne Gregor Gysi. Da ich auch hier was positives erwähnen möchte, schreib ich hier das Stichwort deutsche Sprache auf. Ich versteh nicht warum die das sagen was sie sagen, oder was es bedeuten soll, aber ich verstehe Worte und Grammatik. Wer jetzt denkt, was da jetzt besonderes daran ist, dem sei gesagt: „Das wird sich noch ändern!“

SingSang mit Helene Fischer. Was soll ich da sagen? Das positive wieder zu erst: Sie hat eine schöne Stimme, muss man ihr lassen. Optisch auch einwandfrei, es tut nicht weh wenn man da mal eine Stunde hingucken muss. Es ist auch nicht die Art der Musik, es ist der Text. Eigentlich ist es nichts anderes als eine musikalisch vertonte Folge von Gute Zeiten Schlechte Zeiten. Wenn man es genau betrachtet ist umgekehrt. Diese Seifenopern sind verfilmte Schlager, ein Bett im Kornfeld in Serie, ein bisschen täglicher Frieden. Wää, pfui Teufel.

Kommen wir zu Frauentausch. Hier musste ich auf altes Wissen zurückgreifen, ich hatte einfach keine Lust mir das nochmal anzutun, daran ändert sich auch nachts nichts. Aber ich denke mal es hat sich da nichts groß geändert. Was einem als Mann als erstes auffällt ist die Tatsache, dass man diese Frau auch umgetauscht hätte. Einige davon sogar gleich begraben. Es würde als Notwehr durchgehen. Ich konnte auch mit größter Anstrengung nichts positives finden, das ich hier erwähnen hätte können, teilweise fällt sogar der Punkt mit dem verständlichen Deutsch weg.

Die letzten beiden, Alfons Schuhbeck und Harald Lesch, der eine Koch der anderer Professor für Physik sind für mich zu jeder Tageszeit das Gleiche. Der eine rührt in der Nudelsuppe der andere in der Ur-Suppe, für mich macht es keinen Unterschied....am Tag. Nachts verstehe ich plötzlich beide. Da hat Rehrücken mit Preiselbeeren, Quantenphysik und malen nach Zahlen den gleichen Schwierigkeitsfaktor. Noch viel besser ist, dass ich um halb vier Nachts und nach einer Sendung mit Astro Harry, dem Schuhbeck mit Hilfe der allgemeinen Relativitätstheorie die Zubereitung des Rehrückens erklären kann. Na ja, zumindest gibt mir der Lesch das Gefühl, dass ich dies könnte. Wahrscheinlich versteh ich gar nix davon, es ist nur die Uhrzeit. Die Fähigkeit zu erkennen, dass das was da gerade vom Professor erzählt wird viel zu hoch für mich ist, die pennt nämlich noch, nur der Rest vom Körper ist in einem Zustand von nicht wach aber auch nicht schlafend. Irgendwas dazwischen halt.

Versucht mal am Wochenende zwei Stunden nach dem Kaffee trinken, wenn Körper und Geist beste Betriebstemperatur erreicht haben, ein Folge einer Sendung mit Harald Lesch anzusehen. Für mich ist das plötzlich genauso unverständlich wie Kochen mit Schuhbeck. In diesem Zustand sind für mich Dinge wie Antimaterie und die Raumkrümmung nicht zu verstehen. Was wird denn da bitte schön gekrümmt? Wenn ich in meinem Wohnzimmer meinem Kumpel sage was ich Netto verdiene, dann liegt dieser vor lauter lachen gekrümmt im Raum und das völlig ohne Änderung in der Gravitation. Mehr kann ich dazu aber auch nicht sagen um diese Zeit, ich versteh es einfach nicht. Also weder mein Nettogehalt, oder die Raumkrümmung noch Schuhbecks Kocherei.

Ich befürchte ja das irgendwann „Alfons Lesch“ vom Inneren des Fernsehers an die Scheibe klopft und zu mir sagt: „So, jetzt pass a mal auf. Da nimmst jetzt a weng an Stern, sag mer mal einen mit 50 Sonnenmassen, dass mer auch a anständige Gravitation her kriegen, besser wäre da jetzt a weißer Zwerg, geht aber a so, dann nehm er no a paar Planeten, rühren paar Edelgase unter und a weng oan Ingwer............“

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